Produktives Miteinander von Alt und Jung

HISTA Elektro GmbH setzt auf ältere Mitarbeiter und jugendlichen Elan

„50 plus als Plus im Regensburger Land“ – so lautet der Titel einer Auszeichnung, die der Landkreis Regensburg im Herbst dieses Jahres erstmals vergibt. Aufgerufen zur Bewerbung sind dabei Firmen, die insbesondere auch ältere Mitarbeiter beschäftigen. Ein gutes Beispiel dafür ist die HISTA Elektro GmbH in Neutraubling, denn diese Firma setzt verstärkt auch auf ältere Mitarbeiter, ohne dabei die Ausbildung von Nachwuchskräften zu vernachlässigen. Davon konnte sich die Wirtschaftsförderung des Landkreises, die den Wettbewerb organisiert, anlässlich eines Besuches im Werk überzeugen. 

Im Bereich Gebäudesystemtechnik ist die Firma HISTA Elektro GmbH auf dem Gebiet der Projektierung, Installation und Wartung elektrischer Anlagen tätig. Ihre Kunden, etwa BMW, Metro, KRONES, MR und Mercedes Benz, kommen hauptsächlich aus Gewerbe und Industrie, aber auch Privatkunden und Kommunen sind darunter. Insgesamt beschäftigt die 1969 gegründete Firma heute 71 Mitarbeiter, darunter 15 Lehrlinge, aber eben auch zehn Mitarbeiter, die die 50 schon überschritten haben. Wobei es sich dabei nicht nur um langjährige Mitarbeiter handelt. In den letzten fünf Jahren wurden fünf Mitarbeiter eingestellt, die 50 Jahre oder älter waren.

„Wir brauchen den Elan, die Innovationskraft und die Ideen von Nachwuchskräften, aber für uns steht nicht in Frage, dass wir die Produkt- und Materialkenntnis, die Erfahrung, die Gelassenheit und die Routine älterer Mitarbeiter genauso benötigen“, beschreibt Josef Lautenschlager (52), einer der drei Geschäftsführer der Firma, die Firmenphilosophie im Personalbereich. So ist es auch kein Einzelfall, wenn HISTA-Mitarbeiter bis zum gesetzlichen Rentenalter in der Firma beschäftigt sind.

Wichtig ist für die Firma weniger das Alter seiner Mitarbeiter, sondern deren Engagement und ihre Qualifikation, wobei hier der Wille zur Weiterbildung dazugehört. „Eine typische Karriere gibt es bei HISTA nicht, es geht uns darum, den jeweils richtigen Mitarbeiter an der richtigen Stelle einzusetzen, und dass jeder Mitarbeiter so arbeitet, wie es seinen Neigungen, Fähigkeiten und seiner Belastungsfähigkeit entspricht“, erklärt Geschäftsführer Friedrich Reinhard (58). Deshalb besteht für die Mitarbeiter auch die Möglichkeit, zwischen Einsatz- und Fachbereichen zu wechseln.

„Gleichzeitig stellt sich HISTA auf den zu erwartenden Mangel an Nachwuchs ein. Altersgemischte Teams sorgen dafür, dass Wissen aktiv transportiert wird“, sagt Thomas Hierlinger, mit 44 Jahren der Jüngste in der HISTA-Geschäftsführer-Riege. Ein gutes Beispiel sind dabei Peter Deininger (62) und Christian Dietl (24). Beide arbeiten seit 2007 in einem Serviceteam, das für den Kundendienst und Kleinmontagen zuständig ist. Jungspund Dietl schätzt dabei die immense Erfahrung seines Kollegen. „Von ihm habe ich schon extrem viel lernen können“, sagt Dietl.

Deininger, seit 1975 bei HISTA, wurde vom ersten Tag an im Kundendienst eingesetzt. Seiner Initiative ist es auch zu verdanken, dass die Firma einen 24-Stunden-Kundenservice anbietet. Dennoch hat sich in diesen fast 35 Jahren so gut wie alles geändert. „Ohne Weiterbildung geht da gar nichts, unser Aufgabengebiet ist schon komplexer geworden“, gesteht Deininger. Aber die Arbeit sei auch körperlich einfacher geworden. Früher etwa gab es mehr Stemmarbeiten mit Hammer und Meißel, heute gibt es dafür Maschinen. Dafür hatten wir früher etwas mehr Zeit. Die Arbeitsbelastung ist schon gestiegen“, sagt der erfahrene Servicetechniker.